Geringe Löhne und hohe Arbeitslast treiben Portugals Ärzte in den Privatsektor oder ins Ausland. Das staatliche Gesundheitssystem steht vor dem Kollaps und wird damit zum Wahlkampfthema.
Nach einer halben Stunde verabschieden sich die beiden Politiker der liberalen Zentrumspartei wieder. Sie bedanken sich noch einmal bei Jorge Roque Cunha für seine Zeit und Erklärungen, lachen in die Kameras der mitgebrachten Journalisten. „So, jetzt haben praktisch alle Parteien bei mir vorgesprochen“, scherzt der Generalsekretär der portugiesischen Ärztegewerkschaft SIM.Doch eigentlich ärgert er sich ein wenig.
Viele gehen ins Nachbarland Spanien, nach Großbritannien, Belgien, Frankreich oder nach Deutschland.Auch immer mehr Pflegekräfte wandern ausDoch auch Länder wie Saudi-Arabien oder die Schweiz werben immer häufiger um Portugals gut ausgebildete Mediziner und auch um deren Krankenpflegerinnen. Laut des portugiesischen Krankenschwesternverbands OE erklärten im vergangenen Jahr rund 60 Prozent aller neu ausgebildeten Fachkräfte, direkt ins Ausland abwandern zu wollen.