In Deutschland sollen schnellere Abschüsse einzelner Wölfe möglich sein. Österreich ist bereits einen solchen Schritt gegangen: Die Jagd auf die geschützten Tiere wurde stark erleichtert.
Die in Österreich gesenkten Hürden bei der Jagd auf Wölfe haben den Bestand spürbar dezimiert. In diesem Jahr sei rund ein Dutzend Wölfe erlegt worden, wie das Österreichzentrum Bär, Wolf, Luchs bilanzierte. Die Tiere galten als sogenannte Risiko- oder Schadenswölfe. Insgesamt seien wohlin der Alpenrepublik in diesem Jahr zumindest zeitweise unterwegs gewesen, schätzt Albin Blaschka vom Österreichzentrum.
Besonders intensiv wurden die Tiere, die eigentlich durch die Fauna-Flora-Habitatrichtlinie der EU besonders geschützt sind, in Tirol und Kärnten bejagt. Ziel ist laut Behörden der Schutz von Weidetieren, manchmal sind Wölfe aber auch Siedlungen zu nahe gekommen. Allein in Tirol werden jedes Jahr rund 200.000 Rinder, Schafe, Ziegen und Pferde auf die Almen getrieben, wo sie die warme Jahreszeit verbringen.
So war im April im Tiroler Landtag eine Gesetzesnovelle beschlossen worden, die eine Tötung nun mittels Verordnung und nicht mehr per Bescheid erlaubt. Solche Bescheide waren von Gerichtenerfolgreich Einspruch eingelegt hatten.In Deutschland will Bundesumweltministerin Steffi Lemke schnellere Abschüsse einzelner Wölfe ermöglichen. Konkret sieht Lemkes Vorschlag vor, dass die Bundesländer bestimmte Regionen mit vermehrten Rissen durch Wölfe festlegen.
Laut der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf gab es 2022/2023 in Deutschland 184 Wolfsrudel, 47 Wolfspaare sowie 22 sesshafte Einzelwölfe - insgesamt «1339 Wolfsindividuen». Die meisten Wolfsfamilien leben in Brandenburg , Niedersachsen und Sachsen .Der österreichische «Verein gegen Tierfabriken» hält ein friedliches Zusammenleben mit dem Wolf auch im alpinen Terrain für möglich.
Vor dem Abschuss muss in aller Regel versucht werden, den Wolf mit anderen Mitteln zu vergrämen. Allein in Kärnten habe es 170 solcher Vergrämungen gegeben, so das Land gegenüber der APA. Insgesamt geht das Österreichzentrum davon aus, dass im Land acht Rudel heimisch sind. «Wir sind allenfalls in der Anfangsphase einer Besiedelung», sagt Blaschka.